Bente Kahan ist eine in Norwegen geborene jüdische Künstlerin, Musikerin, Regisseurin und Dramatikerin. Sie absolvierte ihre Theaterausbildung an den Hochschulen in Tel Aviv und New York und steht seit 1981 als Schauspielerin und Musikerin auf der Bühne. Ihre Laufbahn begann Bente Kahan mit einer führenden Rolle bei Habima, dem israelischen Nationaltheater, später machte sie mit Auftritten auf den Bühnen Oslos, am norwegischen Nationaltheater, weiter. In ihrer frühen Karriere führte sie jiddische Lieder und Geschichten. Seit 1986 folgten Auftritte in eigenen Monodramen, die sie gemeinsam mit der norwegischen Regisseurin Ellen Foyn Bruun schrieb.

1990 gründete Bente Kahan das „Teater Dybbuk – Oslo“ mit dem Ziel die europäische jüdische Kultur und Geschichte zu präsentieren. Zahlreiche Dramen, Konzerte und CDs wurden produziert. Über viele Jahre hinweg trat Bente mit Musikern aus Norwegen, Polen, Schweden, Deutschland und Niederlande auf internationalen Bühnen auf, wobei sie sowohl Archivmaterial als auch ihre eigene Texte und Kompositionen verwendete.
Im Jahre 2001 zog Bente mit ihrer Familie nach Breslau, Polen, wo sie 2005 das Zentrum für Jüdische Kultur und Bildung in der städtischen Synagoge „zum Weißen Storch“ (1829) ins Leben rief. Ein Jahr später gründete sie die Bente Kahan Stiftung mit der Zuständigkeit für das Kulturzentrum, ebenso für die Sanierung der Synagoge (abgeschlossen im Mai 2010), der „shul“ (kleine Synagoge 2015), der „Mikveh“, des Ritualbads und des zusätzlichen Raums für das Zentrum im Keller der Synagoge (2017/2018).
Als Direktorin des Zentrums für jüdische Kultur und Bildung realisierte sie Ausstellungen und Konzerte, ebenso wie zum Großteil von ihr verfasste Theaterstücke, in denen sie selbst Regie führte. Aufgeführt werden diese von polnischen Schauspielern und Muiskern.
Heute ist die historische Synagoge in Breslau ein angesehener Veranstaltungsort, erfüllt vom Geist der Toleranz und der Multikulturalität. Hier finden verschiedene Veranstaltungen statt, wie beispielsweise die jährlichen „Tage des gegenseitigen Respekts“, die von Bente Kahan zur Gründung des Zentrums initiiert wurden.
Bente Kahan tritt immer noch in zahlreichen Ländern der Welt als Sängerin auf. Ihr vielfältiges Repertoire ist eng mit den europäischen jüdischen Erfahrungen verbunden.

 

Bente Kahans Auszeichnungen und Verdienste:

 

“Ehrenbürger von Breslau“ (2017).  Ausgewählt durch Bürgermeister und Stadtrat.

„Verdienstkreuz am Bande“ (2016). Verdienstorden der föderalen Republik Deutschland. Verliehen durch den deutschen Präsidenten.

„POLCUL“ (2015). Polnisch-australischer Preis.

„Order of the Cavalier Cross of Restored Poland“ (2013).Verliehen durch den polnischen Präsidenten.

„Botschafterin Breslaus“ (2010). Ein Titel, gewählt durch den Ehrenrat der Stadt unter der Leitung der lokalen Ausgabe der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“.

„Deutsch-polnischer Kulturpreis Schlesiens“ (2010). Verliehen durch die Lokalregierung Sachsens und Niederschlesien.

„Auszeichnung für Förderung von Toleranz“ (2010). Stiftung für Toleranz, Polen.

„Auszeichnung des Breslauer Bürgermeisters“ (2006).

„Garantiinntekt for kunstnere“ (2000). Ein lebenslanges Stipendiat für Künstler des norwegischen Künstlerrats. Da sie jedoch in Polen lebt, verzichtete sie auf diese große Ehre.

„Josefines Visepris“ (1999). Preis für neue Erkenntnisse bezüglich der europäischen Balladentradition, Norwegen.

 

 

 

Bente Kahan in der Synagoge zum Weißen Storch, Breslau. Photo: Maciej Kulczynski